ich erlaube mir, mich zu verändern

ich erlaube mir, mich zu verändern

Ich erlaube mir, mich zu verändern. Was für ein Satz oder? Das triggert bei mir persönlich direkt mehrere Themen. Als Mensch, der sich doch ganz gerne ins heimelig Gewohnte kuschelt und der Veränderungen die größte Zeit seines Lebens eher Angst gemacht haben, ist es schon eine starke Überwindung Veränderung bewusst willkommen zu heißen.

Und doch war mein Jahr 2019 bis zum Rand gefüllt mit ganz bewusst gewählten Veränderungen. Ich meine nicht die Art von Veränderung, die euch einfach überrollt wie eine Welle, untertaucht, durchrüttelt, umdreht und quer zum Strand wieder ausspuckt. Nicht diese Art, die euch ohnmächtig erfasst und in einer ganz neuen Welt zurücklässt, die ihr noch nicht verstehe und erst langsam begreift.
Ich meine die Art von Veränderung, die ihr selbstermächtigt ins Leben ruft. Mit einer klaren Entscheidung, die ihr durchdacht, durchfühlt und durchlebt habt, tretet ihr auf einen neuen Weg. Mitunter fühlt ihr euch auf der Reise zu einem solchen Schritt ganz genauso ohnmächtig wie zuvor bei der Welle. Ihr taucht tief in die eigene Unterwelt, seht euch selbst in dunklen Spiegeln aus Angst und Zweifeln. Ihr hört euch aus den Mündern anderen sprechen, nicht immer mutmachend. Fragt euch, wer von den lieben Menschen das Neue noch mitträgt, wer sich mit verändert, wer sich nicht verändert, wer geht und wer bleibt. Das ist manchmal so beängstigend, dass ihr in eine Art Starre verfallen könntet. Erstmal gar nichts entscheiden könnt, gar nicht fühlen könnt, gar nichts mehr wollt. Aber wenn der Ruf der Seele euch in diesen stehenden Gewässern erreicht, wird es Zeit für eine Entscheidung.

Ich habe gelernt, dass Veränderung bedeutet erstmal loszulassen (mein Lieblingswort dieses Jahr). Ihr wisst ja, ich frage mich schon eine Weile, was loslassen eigentlich bedeutet. Es klingt immer so leicht, tut sich aber so schwer. Eine tiefe Wunde in mir durfte in diesem Jahr heilen. Aber sie durfte erst heilen, losgelassen werden und mich an dieser Stelle wieder ganz werden lassen, nachdem ich sie noch ein letztes Mal angesehen habe. Ich durfte den Schmerz zulassen, in tiefster Liebe zu mir selbst, diese Art von Liebe, die nur ich selbst mir geben kann. Erst dann konnte der Geist der Vergangenheit gehen.

So mach ich das seitdem, ich schaue hin, fühle hin, atme und frage mich: was ist mein wirklicher Wunsch? Dann verändere ich die Welt um mich herum ein kleines Stück, indem ich mich entscheide.

Und hier sind wir beim zweiten Teil unseres Mantras: ich – erlaube – mir, mich zu verändern. Sich selbst die Erlaubnis zu geben anders zu werden, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und sich nicht mehr ohnmächtig von Wellen überrollen zu lassen. Das ist schon ziemlich beängstigend. Aber dieser Weg bedeutet dir selbst treu zu sein und du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Also, sag Ja zu dir und deinem Sein. Frag dich nicht, was andere denken. Bewerte dich nicht selbst. Lass die Angst dich führen, nicht behindern und erlaube dir deine eigene Größe. So lernst du vielleicht auch das surfen auf den Wellen, die du nicht selbst gewählt hast.

Ich wünsche euch ein wundervolles Jahr 2020, voll selbstgewählter Veränderungen. Ich freue mich darauf euch alle bald wieder im Innenzeiten zu sehen. Ob nun online oder direkt vor Ort, ich bin sehr dankbar, dass ihr unser Projekt so liebevoll und aufmerksam begleitet.
Eure Stephie